Starkes Gewerbe ansiedeln

Durch die zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet ist Oberursel ein attraktiver Standort für Unternehmen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Grundsätzlich gilt es, die Eigenständigkeit Oberursels in einem integrierten Ballungsraum zu bewahren. Das heißt für mich, dass unsere Stadt immer mehr sein muss als lediglich eine reine „Schlafstadt für Frankfurt“..

Starke Gewerbebetriebe und Unternehmen sind unbedingt notwendig, nicht zuletzt um eine solide Grundlage für die kommunalen Finanzen zu bilden. Ich möchte nachhaltiges Gewerbe in Oberursel ansiedeln. Augenmerk muss dabei unbedingt auf der Etablierung gewerbesteuerstarker Gewerbebetriebe und Unternehmen liegen. Die internationale Schule oder die Nähe zu Europas größtem Internetknoten in Frankfurt sind bei der Ansiedlung auch internationaler Unternehmen gute Argumente.

Um den Wirtschaftsstandort Oberursel zu stärken, sind neben der Ansiedlung von produzierendem Gewerbe auch Know-how-intensive Unternehmen von großer Bedeutung. Dienstleistungsunternehmen sind wegen ihrer geringen Kapitalintensität Garanten für Ertragsstärke. Diese Branchenvielfalt sichert neben hochwertigen Arbeitsplätzen auch ein stabiles Gewerbesteueraufkommen.

Priorität hat für mich, dass die bestehenden Gewerbegebiete optimal genutzt werden: Freiflächen müssen vermarketet, Leerstände vermieden werden. Darüber hinaus gilt es, neue, geeignete Gewerbegebiete auszuweisen. Dabei ist für die Auswahl der Standorte entscheidend, dass die Infrastruktur (Straßen, ÖPNV, Energie etc.) verfügbar und belastbar ist. Ich möchte in den nächsten 5 Jahren mindestens 50 neue Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes nach Oberursel holen.

Aufgrund der großen Bedeutung für die Einnahmeseite unserer Finanzen muss dieses strategische Modell zur Gewerbeentwicklung zentraler Baustein der Politik in Oberursel werden.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt ist von zentraler Bedeutung. Ihre Struktur und Arbeitsweise möchte ich verbessern. Ich möchte dazu in der Verwaltung Stellen verschieben, um hier noch stärker zu werden und so das Standortmarketing stärken.

Das Lieferportal mit Lieferdienst soll weiter etabliert werden, um den Einzelhandel nicht alleine zu lassen. Online bestellen und liefern lassen geht auch ohne Amazon & Co.

Effizient verwalten

Eine zuverlässige Verwaltungsstruktur schließt zufriedene Mitarbeiter, hochwertige Arbeitsplätze, effiziente Arbeitsprozesse und optimale Arbeitsabläufe ein. Die Stadt Oberursel als attraktiver Arbeitgeber muss seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, dafür stehe ich jedem Mitarbeiter im Rathaus zur Verfügung.

Motiviertes Personal gewinnt und hält man, indem man Verantwortlichkeiten überträgt, Prozesse verschlankt und Perspektiven schafft. Hier sehe ich Potenzial, indem beispielsweise bei der Aus- und Weiterbildung zu Fachkräften neue Wege beschritten werden. Und: Die geplante jahrelange Sanierung des Rathauses bei laufendem Betrieb ist eine Zumutung für die Mitarbeiter dort. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, darum werde ich mich kümmern.

Die Stadt Oberursel als Arbeitgeber ist selbst gefordert, vorhandene Verwaltungsprozesse und Arbeitsabläufe regelmäßig auf Aktualität und Effizienz zu überprüfen. Hier sehe ich mich in der Verantwortung. Die Optimierung bestehender Arbeitsabläufe war auch beruflich mein Schwerpunkt. Möglichkeiten der Digitalisierung von Dienstleistungen sind dabei zu berücksichtigen, Menschen aber, die Schwierigkeiten mit den digitalen Medien haben, sollen weiter persönliche Unterstützung erhalten können.

Ich werde die Digitalisierung gestalten und als Chance nutzen, in dem die Prozesse vorab überprüft und optimiert werden. Das Homeoffice wird für die Mitarbeiter als Option auch nach Corona erhalten bleiben.

Die Struktur des BSO (Bau & Service Oberursel) als Eigenbetrieb der Stadt Oberursel möchte ich überprüfen. Der Städtische Eigenbetrieb unterhält eine eigene Verwaltungsstruktur mit teilweise Dopplungen zu den Einheiten im Rathaus. Die Rückführung des BSO in die Verwaltung der Stadt Oberursel ist daher für mich kein Tabu.
In einigen Verwaltungsbereichen – wie zum Beispiel EDV, Personal, Standesamt, Bauhof – möchte ich die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen ausschöpfen. So können Synergieeffekte geschaffen und Kosten eingespart werden.

In die Zukunft investieren

Solide Politik setzt gesunde Finanzen voraus. Oberursel darf dauerhaft nur ausgeben, was es auch einnimmt. Neue Schulden möchte ich nur dann, wenn es „gute Schulden“ sind, die für die Zukunftsfähigkeit der Stadt Oberursel stehen und für die Zukunft auch Einnahmen ermöglichen. Durch neue Gewerbeansiedlungen und die Ertüchtigung der dafür nötigen Infrastruktur entstehen zunächst Investitionskosten, die aber mittel- und langfristig durch höhere Einnahmen gedeckt sind.

Investitionen müssen budgetiert und profitabel sein. Ich möchte zusammen mit den Bürgern die Prioritäten für die Investitionen in die Stadt abstimmen. Nicht alles, was wünschenswert ist, kann auch umgesetzt werden, da auch die Folgekosten beachtet werden müssen. Aber wenn die Priorisierung von einer breiten Mehrheit getragen wird, können wir gemeinsam einen guten Fahrplan für Oberursel aufstellen. Dafür werde ich den Leitbildprozess 2030+ für Oberursel aufsetzen.

Auch die Zukunft unseres Rathauses bleibt für mich ein wichtiges Thema. Wenn es möglich ist, durch einen Umzug der meisten Stellen des Rathauses Platz für eine Innenstadtentwicklung zumachen, die den Bürgern und dem Einzelhandel hilft, möchte ich uns diese Option erhalten.

Wird das Rathaus teilweise an dezentraler Stelle errichtet, werde ich ein zentrales innerstädtisches Bürgerbüro eröffnen mit allen Services, die das persönliche Erscheinen nötig machen.

Steuern und Gebühren stabil halten – Grundsteuer B mittelfristig senken

Ich setze mich für Steuer- und Gebührenstabilität ein. Dies gelingt gut durch Ausgabendisziplin und die Stärkung der Einnahmeseite durch die Ansiedlung ertragsstarker Gewerbebetriebe und Unternehmen. Gebühren werde ich kostendeckend halten.

Die Grundsteuer B wurde in den letzten Jahren durch CDU und SPD auf einen neuen Höchstwert im Hochtaunuskreis getrieben. Schnell gewöhnt sich die Politik an das viele Geld. Ziel ist es für mich, die Belastung der Bürger in den folgenden Jahren wieder auf ein durchschnittliches Niveau im Hochtaunuskreis zu führen. Ich stehe für bezahlbaren Wohnraum, die Nebenkosten habe ich deshalb ebenfalls im Blick.

Gemeinsam mehr erreichen – Bürgerbeteiligung im Leitbildprozess 2030+

Gemeinsam das erreichen, was einer allein nicht erreichen kann.

Als Bürgermeister von Oberursel ist es mir wichtig, dass wir verstärkt auf Bürgerbeteiligung setzen. Ich möchte die Bürgerbeteiligung zum Leitmotiv für Oberursel machen. Es wird eine Mitarbeitergruppe in der Verwaltung geben, die den Leitbildprozess 2030+ für Oberursel koordiniert. Hier finden Sie die Ansprechpartner für Ihre Ideen und Anregungen zur Verbesserung der Lebensqualität in Oberursel. Ob Renaturierungsprojekte, die Verbesserung der Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Angebote für Senioren oder Hinweise zu Außenanlagen oder Verkehrssituationen. Das Bürgerbeteiligungsbüro unterstützt Sie dabei, Ihre Hinweise so aufzubereiten, dass sie durch die politischen Gremien und Verantwortlichen in der Verwaltung strukturiert aufgenommen werden können und eine Priorisierung erfolgen kann.
Die aktive Einbindung der Bevölkerung in die kommunale Entwicklung verstehe ich als ein Leitmotiv und Leitziel der Zukunftsentwicklung. Projekte werden mit Unterstützung der Bürger und Vereine geplant, begleitet und realisiert.

Ich möchte
VERNETZEN und VERBINDEN

Menschen, Vorhaben, Ortsteile, Generationen
ENTWICKELN

Identität, Bildung, Selbstwert, Vorschläge, Vielfalt, Innovation
FÖRDERN

Zukunftsentwicklung, Zusammenhalt, Talente, Persönlichkeit
SICHERN

Der Jugend Raum geben

Unserer Jugend in Oberursel möchte ich den nötigen Raum zur Freizeitgestaltung und Entwicklung bieten. Die bestehenden Angebote gilt es dabei auszubauen und auch Angebote in die Ortsteile und Stadtteile zu bringen, die bisher keine Anlaufstellen haben. Hier sind für mich Kooperationen mit Vereinen und den Kirchen denkbar. Dabei ist es mir wichtig festzustellen, dass es nicht „die eine“ Jugend gibt. 13 – 16 Jährige haben andere Bedürfnisse als 17 – 20 Jährige. Auch innerhalb der Altersgruppen gibt es Unterschiede. Hier möchte ich mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen, was wir konkret verbessern können. Jugend hat viele Gesichter, ist unsere Zukunft und Jugend ist sehr wohl politisch interessiert, aber anders als früher. Ich möchte das Engagement der Jugend fördern, dass sie sich einbringen und sie wissen lassen, dass sie hier in Oberursel unmittelbar etwas bewirken können.

Der Faktor Zeit ist häufig ein Hemmnis für jugendliches Engagement. Durch die Anforderungen durch Schule, Verein oder bereits gesellschaftlichem Engagement (Feuerwehr, Kirchgemeinde etc.) bleibt wenig Zeit für Politik. Aus diesem Grund werde ich den Zugang zur Beteiligung erleichtern, denn ich erfahre in vielen Gesprächen, dass sich die Jugend sehr wohl einmischen möchte.

Ich wünsche mir Beteiligung über

  • Jugendversammlungen mit Informationen über städtische Vorhaben
  • Onlinebefragungen, auf der städtischen Internetseite ein eigener Bereich „Jugend mischt mit“
  • Workshops für Jugendliche („Jugend mischt sich ein“)
  • Einrichtung einer Jugendinitiative mit Rederecht in städtischen Gremien

Von Johann Wolfgang von Goethe stammt das Zitat:

„Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein“. Wie wahr. Also lassen Sie uns Anregungen geben und gemeinsam gute Ergebnisse erzielen.

Auch bei der Jugend ist eine große Verantwortung für das Gemeinwohl vorhanden. Also warum geben wir der Jugend nicht die Chance mitzumischen? Liebe junge Oberurseler, ich gebe Euch  die Chance aktiv kreativ zu sein. Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat. Oberursel mit dem Prädikat: „Junge Gedanken inklusive“ sollte unser Ziel sein.

Darüber hinaus möchte ich Jugendangebote fördern:

Ferienpakete

  • Stadtteilspiele, Erkundungen des eigenen Stadtteils
  • Abendangebote wie Nightskating, Sportnächte
  • Jugend im Verein, Vereine stellen sich vor

„Mach-Mit“-Tage / „Mitmach-Tage“

  • Workshops, Musik selber machen, Fotographie etc.
  • Umgang mit sozialen Medien
  • Plane deine/n Stadt/teil, in die Stadtentwicklung -planung einbeziehen, Jugend soll mitgestalten

Re-load Jugendtreff/‘s 

  • Offenes W-LAN
  • Treffs im Freien für jeden Stadtteil
  • Jugendliche Interessen berücksichtigen
  • Zentrale Anlaufpunkte für Freizeit, gleichzeitig Ausgangspunkt für gemeinsame Aktivitäten.

Jugendliche Infrastruktur

  • Mitsprache bei Fahrtzeitregelungen Schulbusse
  • W-LAN Hotspots an jugendgerechten Freiräumen
  • Zubringer Angebote für Veranstaltungen

Mehr Wasser für Oberursel

Die Wälder leiden, das Schadholz türmt sich, die Böden dürsten und die Trinkwasserampel in Oberursel stand in den vergangenen Jahren mehrfach auf Rot. Wir leiden als Gemeinde weiterhin unter der Trockenheit, die trotz des frischen Regens nicht vergehen will.

Die historisch beispiellose Trockenheit fing 2018 an und reicht bis in dieses Jahr. Sie treibt die Schäden in den Oberurseler Wäldern immer höher. Ein zusätzlicher Mehrverbrauch wurde durch die in den Ferien daheim gebliebenen Bürger ausgelöst.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat angekündigt, in den nächsten Jahren eine nationale Wasserstrategie vorzulegen. So lange können wir nicht warten. Ich möchte für Oberursel schnell eine lokale Wasserstrategie erarbeiten.

„Man bräuchte, verglichen mit dem Durchschnittswert in etwa die doppelte Wasserzunahme über den Winter, um allein dieses Defizit auszugleichen“, schrieben Forscher des Helmholtz-Zentrums Potsdam und des Deutschen GeoForschungszentrums GFZ nach Auswertung jüngster Satellitendaten. Uns fehlt schlicht und einfach Niederschlag im Winter. Die Bodenfeuchte und Grundwasserspiegel können sich nicht erholen.

Fehlmengen können nur bedingt über den Wasserverbund Hessen aus dem hessischen Ried, dem Vogelsbergkreis oder dem Raum Kinzig ausgeglichen werden. Dauerhaft ist das Beziehen von Wasser aus Nachbarkreisen aber keine Lösung. Wir müssen unseren Bedarf eigenständig decken können!

 Ich möchte Oberursel in Sachen Wasser zukunftsfähig machen. Dem steigenden Wassermangel müssen wir aktiv entgegentreten. Das erreichen wir durch effizientere Bewässerungsmaßnahmen, sowie durch den Umstieg auf trockenresistentere Bäume und Nutzpflanzensorten.

Das Bauen zusätzlicher Wasserspeicher und innovative Technik für stark wasserverbrauchende Betriebe sind ebenfalls essenzieller Bestandteil meiner Wasserstrategie. Unternehmen können ihre Wasserkreisläufe geschlossener gestalten, oder das Wasser vor Rückführung in den städtischen Kreislauf reinigen.

Wir müssen uns diesen Fragen stellen: Ist unser Wassermanagement in Oberursel den gestiegenen Anforderungen gewachsen? Wie können Strategien für eine durchgängige Wasserversorgung aussehen? Wo können uns moderne Technik und Informationstechnologien helfen? Und was kann jeder Einzelne dafür tun?

Mit moderner Technik können wir Lecks in Leitungen und Wasserspeichern schneller erkannt und behoben werden.

Wir benötigen lokale Regenwasser-Rückhaltebecken. Diese können durch die Landwirtschaft genutzt werden.

Wir müssen den Bauwahn der letzten Jahre beenden und erst nach sorgfältiger Planung und Bereitstellung der Infrastruktur (Versorgung, Verkehrsanbindung, Kinderbetreuungsplätze, auch Wasser) bauen. Quartierplanungen können und müssen wir mit Köpfchen vornehmen.

Ich möchte Landwirtschaft, Industrie und Wirtschaft als Partner mit ins Boot holen. Hier können Ideen wie die Nutzung von Grauwasser (leicht verschmutztes Wasser [Duschen, Hände waschen, Waschmaschine]), das vor Ort aufbereitet wird oder Konzepte der Agro-Forstwirtschaft neue Ansätze bieten.

Gleichzeitig möchte ich uns Bürgerinnen und Bürger als Unterstützer der Wasserstrategie gewinnen. Ich möchte die Flächenversiegelung begrenzen. Das betrifft das Versiegeln von Gärten (Stein und Schottergärten), ebenso wie Feuerwehrzufahrten zu Mehrfamilienhäusern. Und warum nicht in Neubauten verstärkt Vakuumtoiletten einsetzten, die für einen Spülgang anstatt 9 Liter nur ein Liter Wasser benötigen. So können wir unseren Grundwasserpegel sich nach und nach wieder erholen lassen.

Zusätzlich werde ich die Förderung des Zisternenbaus, die Begrünung von Dächern und die Renaturierung der Bachläufe unterstützen. Regenwasser gelangt so in den Boden, und nicht in die Kanäle. Für diese Maßnahmen will ich einen Fördertopf von 100.000 € einrichten. So können Bauherren je Maßnahme 3 – 5 T€ beantragen.